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Vereinschronik FFW Steinberg

Im Jahr 1933 wurde die „Freiwillige Feuerwehr Steinberg“ gegründet. Ein genauesDatum lässt sich leider nicht mehr feststellen, da alle Gründungsaufzeichnungen in den Wirren des Krieges vernichtet wurden. Doch auch schon vor 1933 muss der Brandschutz in Steinberg durch eine Pflichtfeuerwehr gewährleistet gewesen sein. Das älteste Dokument darüber ist ein historischer Schlauchwagen aus dem Jahr 1907. Auch die Verlegung einer ersten Wasserleitung im Jahr 1907 lässt darauf zurück schließe, dass es schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts organisierten Brandschutz in Steinberg gab.

 

Doch erst im Jahr 1933 war es soweit und unter dem damaligen Bürgermeister Otto Langlitz wurde die „Freiwillige Feuerwehr Steinberg“ gegründet. Das Wort „freiwillig“ stand hierbei jedoch nur zum Schein, was von Kameraden der ersten Stunde immer wieder betont wurde. Die Gründung von Feuerwehren wurde damals von höchster Stelle angeordnet und die eigentliche Aufgabe, nämlich der Brandschutz, spielte eine eher untergeordnete Rolle. Das Erlernen von Zucht und Ordnung, sowie militärischem Drill waren die Schwerpunkte und die Zahl der Aktiven hat sich auf ca. 50 Kameraden belaufen, was hinsichtlich einer Beitrittspflicht keine Besonderheit darstellte.

 

Für die Kriegsjahre als logische Konsequenz anzusehen ist, dass der Brandschutz in dieser Zeit durch eine Frauenwehr in Steinberg aufrecht erhalten wurde. Aus den Jahren nach dem Krieg gibt es leider keine detaillierten Aufzeichnungen, jedoch wurde das Wirtschaftswunder der 50er Jahre auch genutzt, um die Feuerwehr in Steinberg neu auszurüsten, wobei ein großer Teil der Anschaffungen von den Kameraden selbst bezahlt werden musste. Zuschüsse von öffentlicher Seite waren in dieser Zeit undenkbar gewesen. Vieles wurde aus der Vereinskasse gezahlt, wobei der Beitrag anfangs bei 2,00 DM lag.

 

1956 erfolgte die Anschaffung einer ersten Motorspritze, da die Arbeit an der alten Handpumpe nicht mehr zumutbar war.

 

In den 60er Jahren wurde vermehrt die praxisorientierte Ausbildung an den Maschinen und Pumpen berücksichtigt. Verschiedene Kameraden mussten Lehrgänge besuchen, da ohne bestandene Prüfung ein Arbeiten mit diesen Gerätschaften nicht zulässig war.

 

Die Feuerwehr konnte in den 50er und 60er Jahren im Mitgliederbestand durchschnittlich einen Zuwachs von 8 - 12 Kameraden verzeichnen, was zeigte, dass das Interesse an der Einrichtung Feuerwehr sehr groß war. Im Jahr 1963 wurde das Amt des Hornisten hinfällig, da ab diesem Jahr die Alarmierung über Sirene erfolgte.

 

Mit der Eingemeindung Steinbergs in die Großgemeinde Gedern Anfang der 70er Jahre änderte sich auch für die Feuerwehr einiges. Die Bezeichnung Ortsbrandmeister wurde durch die neue Bezeichnung Wehrführer abgelöst. Außerdem richtete die Stadt Gedern das Amt eines Stadtbrandinspektors ein. Von hier ab wurde die lehrgangsorientierte Weiterbildung der Kameraden noch intensiver.

 

Im Zuge des Erweiterungsbaues an der alten Schule zum Dorfgemeinschaftshaus Anfang der 80er Jahre konnte die Feuerwehr eine nicht sehr große, aber immerhin neue Unterstellmöglichkeit für ihre Gerätschaften beziehen, was umso wichtiger wurde, als dass ebenfalls in dieser Zeit die Anschaffung eines ersten Einsatzfahrzeuges zu Buche stand. Der Opel-Blitz der Werksfeuerwehr Hirzenhain wurde komplett aus der Vereinskasse finanziert. Der Umzug aus den alten Katakomben der Scheune in der Nidderstraße und das "neue" Fahrzeug brachten einen entsprechenden Ansporn. Die offizielle Übergabe der neuen Räumlichkeiten erfolgte am 15.07.1982.

 

Im Jahr 1983 wurde das 50jährige Jubiläum in der Halle Langlitz gefeiert.

 

Im Jahr 1984 war es dann soweit, und die Gründung einer Jugendfeuerwehr war in Steinberg verwirklicht worden. Ein großer Schritt für die Zukunft und den Nachwuchs der Feuerwehr, was sicherlich als einer der Höhepunkte in der Geschichte des Vereines zu bezeichnen ist.

 

Ein weiterer Höhepunkt war der 08.12.1989. An diesem Tag konnte nach langem Hin und Her ein nagelneues TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) in Empfang genommen werden, welches den zwischenzeitlich genutzten und hoch betagten Borgward ablösen sollte, was mit einer gebührenden Feier anlässlich der Übergabe am Dorfgemeinschaftshaus begangen wurde.

 

Im Jahr 1994, also mit eine Jahr Verspätung, wurde das 60jährige Jubiläum in der Halle Langlitz gefeiert. Grund für die Verschiebung war, dass gleichzeitig das 10-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr gewürdigt wurde. In diesem Rahmen wurde auch die Frauengruppe der „Freiwilligen Feuerwehr Steinberg“ aus der Taufe gehoben. Seit dieser Zeit wird sowohl die Einsatzabteilung, als auch der Vorstand durch das vermeidlich „schönere“ Geschlecht bereichert und unterstützt.

 

Der Wechsel ins neue Jahrtausend war geprägt von gesteigerter Ausbildung der Einsatzabteilung, Modernisierung von Einsatzmitteln und Improvisation bei wachsenden Anforderungen an Mensch und Material - nur allzu oft zu Lasten der Vereinskasse. Aber auch die Jugendfeuerwehr entwickelte sich unter hoher fachlicher Weisung hervorragend, was beachtliche Erfolge der jungen Brandschützer bei Wettkämpfen und anderen Anlässen bestätigten. Mit Stolz und Anerkennung sprach man vom Serienstadtmeister aus Steinberg.

 

Auch die Gründung einer Βambini-Gruppe am 21.04.2001 zeigte, dass die Zeichen der Zeit in Steinberg erkannt waren und in spielerischer Form konnten seitdem schon frühzeitig Jungen und Mädchen an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt und im günstigsten Fall später an die Jugendfeuerwehr übergeben werden.

 

Das Engagement und der Einsatz von Vereins- und Wehrführung war seit 2007 besonders auf die Genehmigung und Durchführung des dringend erforderlichen Gerätehauserweiterungsbau fokussiert. Seit 1996 beantragt galt es, die immer wieder von öffentlicher Seite verzögerte Umsetzung zu erzwingen, da bereits bewilligte Mittel des Landes Hessen per 2010 verfallen wären und die alten Räumlichkeiten nach Prüfung offizieller Stellen u.a. wegen fehlender "Schwarz-Weiß-Trennung" keine Betriebserlaubnis mehr erhalten hätten.

 

Im Jahr 2008 konnte die Einsatzabteilung auf 30 Aktive zurückgreifen. Die Jugendfeuerwehr, zwischenzeitlich in einem mitgliederschwachen Tief gewesen, entwickelte sich wieder in die richtige Richtung und auch die Bambini-Gruppe konnte weiter expandieren. Mit einem Kommers am 11.07., sowie Disco-Abend und Tag der Feuerwehr am 19. und 20.07. wurde das 75-jährige Bestehen im Zelt auf dem Weg zwischen dem Bürgerhaus und der Halle Langlitz gefeiert.

 

In 2009 gab es gleich 3 Höhepunkte. Die Genehmigung und der Spatenstich zur Erweiterung des Gerätehauses erfolgte. Weiterhin wurde aus Vereinsmitteln die Anschaffung eines MTW (Mannschaftstransportwagens) umgesetzt und vom 08.05. bis 10.05. das 25-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr am Sportplatz gefeiert.

 

Die Fertigstellung des Gerätehausanbaus in 2010 und der Umzug mit beiden Fahrzeugen, Material und Einsatzkleidung in den neuen Gebäudetrakt stellte den zwischenzeitlichen Zieleinlauf für ein Mammutprojekt dar. Die Inneneinrichtung sowie Fertigstellung der Außenanlagen sollte das beherrschende Thema der nächsten beiden Jahre sein.

 

Im Jahr 2012 erhielt die Bambini-Gruppe den Namen "Steinberger Wassertröpfchen".

 

Sowohl für die Abteilung der jüngsten Brandschützer, als auch für die Jugendfeuerwehr brachte die unermüdliche Werbung der Vereinsführung weiteren Zuwachs, der sich erfreulicherweise auch auf die Einsatzabteilung positiv auswirkte. Der Stadtmeistertitel der Jugendfeuerwehren in Gedern war auch in 2011 und 2012 wieder ein Abo für Steinberg und die Durchführung von Veranstaltungen wie "Spritzenhaus-Fastnacht" oder "Steinberger Knut" kann hinsichtlich der Feiergewohnheiten in Steinberg der letzten Jahre als Erfolg verbucht werden.

 

Steinberg, im Februar 2013